Ein Tor fehlte zum Finaleinzug

Landshut - Am vergangenen Samstag, den 19. März fand im Niederbayrischen Landshut die Deutsche Meisterschaft für Damen im Torball und der Spieltag der ersten Torball-Bundesliga der Herren statt. Leider schrumpfte das Teilnehmerfeld bei den Damen auf vier Teams da der BSSV Dortmund nicht gemeldet hatte. Neben dem Terzett der TGU kämpften die Teams der BSG Langenhagen und des ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne sowie die Spielgemeinschaft München/Karlsruhe/ Hoffeld um das begehrte Edelmetall. Gespielt wurde in einer Hin- und Rückrunde mit anschließenden Finalspielen in welchen die Teams, die in der Abschlusstabelle die Plätze eins und Zwei belegten das Finale und die Mannschaften auf den Plätzen Drei und Vier die Bronzemedaille ausspielten.

Der Spielplan sah für die Damen der TG Unterliederbach als erste Begegnung ein Aufeinandertreffen mit der SG München/Karlsruhe/Hoffeld vor. Gegen das Team aus dem Süden lag die TGU schnell mit 0:1 sowie 1:2 zurück, konnte aber durch geschicktes Wechseln immer wieder Anschluss finden und gar mit 4:2 in Führung gehen. Den Damen der SG München/Karlsruhe/Hoffeld gelang lediglich kurz vor Schluss noch der Anschlusstreffer zum 3:4. . Die ersten Punkte waren auf dem Konto der Unterliederbacherinnen.

Hoch motiviert durch diesen Erfolg über den Turnierfavoriten ging es dann ins zweite Spiel gegen Dortmund-Kirchderne, doch erneut lag Unterliederbach schnell mit 0:2 zurück. Ein Doppelschlag brachte noch vor dem Seitenwechsel den Ausgleich. Die zweite Halbzeit verlief nicht minder spannend. Zunächst war Fortuna eher bei den Damen der TGU. Die Unterliederbacherinnen gingen mit 4:2 in Führung. Dortmund-Kirchderne kämpfte sich zurück und kam noch zu einem 4:4 Remis.

Das letzte Spiel der Vorrunde bestritt Unterliederbach gegen die BSG Langenhagen. Es kam zu einem munteren Schlagabtausch, bei dem schlussendlich die Niedersächsinnen mit einem 4:3 Erfolg das Feld verließen.

Als Außenseiter in das Turnier gestartet, zogen die Spielerinnen von Trainer Stephan Eschebach nach dem Abschluss der Hinrunde ein positives Zwischen Fazit: "Mit drei knappen Ergebnissen haben wir uns bis hierher durchaus achtbar geschlagen und konnten den einen oder anderen Favoriten ein bißchen ärgern."

Coach Stephan Eschebach stellte sein Team mit den Worten, dass München/Karlsruhe/Hoffeld jetzt einen Zahn zugelegt hätte und wesentlich druckvoller spiele als noch am Morgen, auf die erste Partie einer schweren Rückrunde ein. Wie Recht er damit haben sollte, erfuhr seine Mannschaft dann bald am eigenen Leib.

Im ersten Rückrundenspiel lief bei Unterliederbach nicht viel zusammen und keine Spielformation der Hessinnen brachte den erhofften Erfolg. Folgerichtig ging das Spiel mit 2:6 verloren.

In Spiel 5 des Tages warteten wieder die Damen aus Nordrhein-Westfalen auf Unterliederbach. Wiederum geriet die TGU zunächst in Rückstand, konnte aber noch vor der Halbzeit ausgleichen und dieses Remis hatte lange Bestand. Erst in der letzten Minute traf Dortmund-Kirchderne zum 2:1 und erzielte mit dem Abpfiff noch einen weiteren Treffer zum 3:1 Endstand. Trainer Eschebach bemerkte nach diesem Spiel völlig zu Recht, dass „diese Partie eigentlich ein Unentschieden verdient hätte. Aber es sollte eben nicht sein."

Im vorletzten Spiel des Tages traf Unterliederbach erneut auf Langenhagen. Bei den Niedersächsinnen war in der Rückrunde nicht mehr viel zusammengelaufen und so gingen beide Teams mit einem gewissen Druck aufs Feld, wollten doch alle die Rückrunde mit einem positiven Erlebnis beenden. Mitte der ersten Halbzeit gelang der TGU mit einem Angriff über die Außenposition die Führung, diese wurde bis zum Pausenpfiff zu einem 3:0 ausgebaut. Dieser Vorsprung ließ die Unterliederbacherinnen befreiter aufspielen und die Langenhagenerinnen erhöhten nun das Risiko in ihrem Angriffsspiel, was zu Fehlern und damit zu Strafwürfen führte, die die TGU eiskalt ausnutzte. Zwar gelang den Niedersächsinnen noch das eine oder andere Tor, aber das Team von Trainer Eschebach ließ sich nicht beeindrucken und siegte am Ende mit 8:3.

Damit war die Rückrunde beendet und das Rechnen um die Platzierung setzte ein, an dessen Endergebnis für Unterliederbach eine dicke Überraschung stand. Die TGU landete mit fünf Punkten und einem Torverhältnis von 22:23 auf dem zwischenzeitlichen Bronzerang, lediglich durch ein Tor von Rang zwei getrennt, den zu diesem Zeitpunkt Dortmund Kirchderne inne hatte. Die anschließende Finalrunde sah also folgende Begegnungen vor:

 

Spiel um Platz 1:

München/Karlsruhe/Hoffeld - ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne

 

Spiel um Platz 3::

BSG Langenhagen - TG Unterliederbach

 

Also ging es für die TGU erneut gegen das Damenteam aus Niedersachsen. Offensichtlich hatten die Niedersächsinnen die vorige Niederlage gut weggesteckt. Es gelang ihnen schnell mit 2:0 in Führung zu gehen und Unterliederbach musste sich immer wieder herankämpfen, was den Damen der TGU aber mit dem 2:2 und 3:3 auch glückte. Unterliederbach geriet kurz vor Ende des Spieles durch einen unglücklichen Gegentreffer erneut in Rückstand. Fand in der verbleibenden Spielzeitkeine Möglichkeit mehr, um erneut auszugleichen und verlor mit dem 3:4 nicht nur das Spiel, sondern auch den Bronzerang.

Im anschließenden Finale hatte der Vertreter aus NRW (ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne) gegen das hervorragend eingestellte Team aus München/Karlsruhe/Hoffeld nicht den Hauch einer Chance. Die Süddeutschen lagen bereits zur Halbzeit mit 2:0 und Führung und konnten ihre Leistung in Durchgang zwei noch mal steigern, so dass der 5:1-Endstand auch in dieser Höhe verdient war.

Festzuhalten bleibt, dass eine deutliche Leistungssteigerung bei Unterliederbach vorhanden war, vergleicht man diese Edition der DM mit der letztjährigen.

 

Für Unterliederbach gingen an den Start:
Elke Averesch, Gabi Eschebach-Weck, Katrin Lüdeke

 

Hervorragend gecoacht wurde das Terzett von:
Stephan Eschebach

 

Spiele TGU:

TGU – SG München/Karlsruhe/Hoffeld 4:3 2:6
TGU – ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne 4:4 1:3
TGU – BSG Langenhagen 3:4 8:3