TGU-Damen Elke Averesch und Gabi Eschebach-Weck brillieren beim zweiten internationalen Damen-Torballturnier in Nizza.

Nice (06): Am vergangenen Samstag, dem 05.12.2015, trafen sich neun Damen-Torball-Teams im südfranzösischen Nizza zu einem vorweihnachtlichen Stelldichein. Neben den Lokalmatadorinnen wurden die französischen Farben von den Teams aus Lyon, Poitiers und Mulhouse vertreten, zu ihnen gesellten sich die Teams von Glarus und Heidiland aus der Schweiz, die Österreicherinnen aus Graz und Hannover-Langenhagen sowie Unterliederbach aus Deutschland. Dem aufmerksamen Leser der Überschrift dürfte kaum entgangen sein, dass lediglich zwei Spielernamen für das Team aus Unterliederbach genannt wurden. Keine Sorge: Die Mannschaftsgröße beim Torball wurde nicht reduziert, aber die TGU-Damen konnten nur zu 2/3 anreisen und waren auf „Leihspielerinnen“ angewiesen. Das zweite deutsche Team aus Hannover-Langenhagen bot hier dankenswerter Weise seine Hilfe an. Zusätzlich zu dieser „spielerischen“ Unterstützung stellte sich dem Team in Gestalt von Bernard Berger – im normalen „Torball-Leben“ Spieler des Herren-Teams von Nizza I - auch ein kompetenter „Aushilfscoach“ zur Verfügung. Ein Angebot, das sich noch als sehr nützlich erweisen sollte ...

Im ersten Spiel musste sich die „2/3-Truppe“ der TGU gegen Poitiers behaupten (Poitiers ist die Partnerstadt von Marburg – Heimatstadt beider TGU-Spielerinnen). Doch die partnerstädtische Verbindung wurde für die Dauer der Partie außer Kraft gesetzt und das Spiel endete 7:4 für Unterliederbach. Das zweite Match des Tages bescherte den TGU-Damen die Schweizerinnen aus Heidiland, die mit 6:2 ebenfalls recht deutlich, zwar nicht gleich in die Schweizer Berge zurück geschickt, aber doch recht eindrucksvoll in ihre torballerischen Schranken verwiesen wurden.

In der folgenden Partie kam es zum deutsch-deutschen Duell mit Hannover-Langenhagen. Verständlicherweise wollten die Niedersachsen der TGU hier keine Spielerin ausleihen, um mit geballter Kraft gegen die Hessinnen antreten zu können. Die Wahl für die Verstärkung fiel nun auf Maïté aus Poitiers, Mitglied der französischen Nationalmannschaft. Es entwickelte sich ein nervöses, von Fehlern geprägtes Spiel. Langenhagen lag aufgrund einer konsequenteren Verwertung der Strafwürfe nahezu die gesamte Partie in Front. Die TGU glich die Führungen der Niedersächsinnen immer wieder aus, konnte das Spiel zwischenzeitlich drehen und lag zu Beginn der letzten Minute sogar mit 2 Toren in Führung. Gegen die nun folgende Schlussoffensive der Langenhagenerinnen war man allerdings machtlos und musste sich beim Schlusspfiff mit einem 9:9-Remis zufrieden geben.

Nun sah der Spielplan das Spiel gegen die Lokalmatadorinnen und Vorjahressiegerinnen aus Nizza vor. Aufgrund von zwei Niederlagen standen die Spielerinnen von der Cote d‘Azur entsprechend unter Druck. Die Traineranweisung für das Team der TGU lautete aufgrund dessen auch aus einer starken Defensive heraus zu agieren und auf Fehler des Gegners zu warten. Der TGU gelang es, sich mit 4:2 etwas abzusetzen. Die Französinnen erhöhten das Risiko und verursachten in Folge dessen viele Strafwürfe, welche das Team aus Südfrankreich nur noch weiter verunsicherte und so war das deutliche Ergebnis von 9:4 für die TGU die logische Konsequenz.

Nach der Mittagspause traten die Hessinnen frisch gestärkt gegen das Team aus Graz an. Die Damen aus der Steiermark hatten sich nach einem krankheitsbedingten Ausfall buchstäblich in letzter Minute durch Magali aus Clermont-Ferrand verstärkt. Magalis Spielweise war dem unterliederbacher Interimscoach Bernard allerdings bestens bekannt und so gab es exzellente Hinweise für die Abwehr. Auch die durchaus vorhandenen Lücken in der Defensive des österreichisch-französischen Teams wurden bestens analysiert und da die TGU-Spielerinnen diese Unzulänglichkeiten des Gegners auch zu ihrem Vorteil nutzen konnten, stand am Ende ein souveräner 5:2-Sieg zu Buche.

Nun fing es ein wenig an nach Medaillenplatzierung zu riechen, aber noch musste der Ball flach gehalten werden, denn das Restprogramm hatte es in sich! Zunächst galt es gegen Lyon zu bestehen. Die Mädels von der Rhone bevorzugten ein sehr schnelles Spiel, waren aber bei Kontern anfällig und diese Konter von Gabi Eschebach-Weck auf der Centerposition saßen ebenso wie die Strafwürfe. Schlussendlich konnte auch hier ein Erfolg gefeiert werden und Unterliederbach verlies das Feld mit einem verdienten 3:0-Sieg.

Im siebten und damit vorletzten Spiel wartete das Team aus Mulhouse auf die TGU. „In dieser Partie hätte man allerdings anstelle von TGU besser von TGV sprechen sollen“, so der Kommentar eines Zuschauers. Unterliederbach gab hier richtig Gas und durch jeweils zwei schnelle Tore von Gabi Eschebach-Weck und Anna aus Langenhagen mussten sich die Französinnen vorkommen, als ob sie quasi von vorgenanntem Schnellzug überrollt worden wären. Die Abwehr der TGU hingegen stand sicher und zeigte sich nur einmal lückenhaft und so kamen die Spielerinnen aus Mulhouse zum zwischenzeitlichen 1:4-Anschlusstreffer. Der alte Vier-Tore-Abstand wurde jedoch umgehend wieder hergestellt. Mit 5:1 verließen die TGU-Damen als strahlende Siegerinnen das Feld, wussten sie doch jetzt, dass sie beim Kampf um den Turniersieg ein gewaltiges Wörtchen mitzureden hatten.

Im letzten Spiel des Tages traf die TGU auf das zweite Schweizer Team aus Glarus. Die schnelle 1:0-Führung konnten die Unterliederbacherinnen rasch auf 2:0 ausbauen. Die Schweizerinnen zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und antworteten ihrerseits mit drei Toren innerhalb kürzester Zeit. Der TGU gelang zwar noch der 3:3-Ausgleich, aber in der letzten Minute gingen die Damen aus Glarus erneut in Führung und am Ende lief der TGU die Zeit davon, so dass man mit dieser 3:4-Niederlage das erste Spiel verloren geben musste.

Da aber die punktgleiche Mannschaft aus Hannover-Langenhagen ihre letzte Partie ebenfalls verlor, belegte das von vielerlei Seiten unterstützte TGU-Duo Rang Eins mit 13:3 Punkten und 47:25 Toren. Am Ende entschied eine um vier Tore bessere Tordifferenz zugunsten des Teams aus Unterliederbach. Platz eins in den Kategorien „Bester Angriff“ und „Beste Abwehr“ machten den Triumph der TG Unterliederbach an der Cote d’Azur perfekt.

Für die TG Unterliederbach spielten neben Elke Averesch und Gabi Eschebach-Weck jeweils eine Spielerin der BSG Langenhagen (Conni, Alex, Kati, Anna A. und Anna W. Außerdem noch Maïté aus Poitiers).

 

Abschlusstabelle:

1. Unterliederbach
2. Hannover-Langenhagen
3. Poitiers
4. Lyon
5. Nizza
6. Graz
7. Glarus
8. Mulhouse
9. Heidiland

 

Ergebnisse:

TGU – Poitiers 7:3
TGU – Heidiland 6:2
TGU - Hannover-Langenhagen 9:9
TGU – Nizza 9:4
TGU – Graz 5:2
TGU – Lyon 3:0
TGU – Mulhouse 5:1
TGU – Glarus 3:4