Torballerinnen bleiben zwar nur zwei Punkte hinter Platz Vier aber auch hinter eigenen Erwartungen zurück!

Dortmund. Der BSSV Dortmund hatte am vergangenen Samstag, 26.09.15 zu einem internationalen Damen-Torballturnier in die Reviermetropole geladen und auch ein Quartett der TG Unterliederbach um Coach Stephan Eschebach war dieser Einladung gefolgt.

Nach einer Vorrunde, in der sich alle Teams im Modus jeder gegen jeden gegenüberstanden, folgte eine Endrunde, in welcher die vier bestplazzierten Mannschaften in Finalspielen den Turniersieger krönten.

Der Spielplan bescherte in der ersten Partie der TGU das Team aus Graz. Gegen die Österreicherinnen war kaum ein Durchkommen. Die Spielerinnen aus Unterliederbach vermochten es aber dennoch mit 2:0 in Führung zu gehen, mussten jedoch in der ersten Halbzeit ebenfalls zweimal hinter sich greifen. In Durchgang Zwei drehte Graz das Spiel und ging seinerseits3:2 in Führung. Die TGU kämpfte sich wieder ins Spiel zurück und konnte zum 3:3 ausgleichen, kassierte aber postwendend einen erneuten Treffer und musste mit einer 3:4-Pleite das Feld verlassen. Dieser knappen Niederlage folgte ein zu keiner Zeit gefährdeter 4:2 Sieg gegen die Gastgeberinnen des BSSV Dortmund.

Mit dem Spiel gegen Poitiers, der Partnerstadt Marburgs, in der zwei der TGU-Spielerinnen und der Trainer leben, sollte ein Reigen knapper Niederlagen beginnen. Zunächst verlief das Spiel gegen die Französinnen recht positiv, allerdings konnte man die zwischenzeitlichen Führungen nie lange behaupten und musste am Ende das Match und die Punkte mit 2:3 abgeben.

Im vierten Spiel des Tages traf man auf den amtierenden Deutschen Meister: Die SG München-Hoffeld-Karlsruhe, die dieses Turnier als Vorbereitung auf den im Oktober stattfindenden Europacup nutzte. Im Laufe eines Turniers wiederholen sich die Ereignisse gern einmal. Auch in diesem Match ging die TGU mit 1:0 und 2:1 in Führung, vermochte diese Führung aber nicht zu behaupten, geschweige denn auszubauen. Innerhalb der letzten Spielminute gelang der bayrisch-badischen Spielgemeinschaft leider noch der 4:3-Führungstreffer und so waren auch diese Punkte erneut verloren.

Die Zahl „Eins“ lag wie ein Damoklesschwert über dem Team der TGU. In der fünften Partie konnte man allerdings das Vorzeichen umkehren und ging gegen das jüngste Team des Tages von ViGe Nordzee mit 3:2 als Sieger vom Platz. Die Belgierinnen hatten den ersten Pokal bereits erhalten, noch bevor der erste Ball geworfen war, denn der BSSV Dortmund hat einen Wanderpokal für das jeweils jüngste Team ausgelobt. Er heißt „Lauers Ladies“ zu Ehren von Karl-Heinz Lauer und soll fortan bei jedem Damenturnier des BSSV verliehen werden.

Auch für die kommende Begegnung hielt der Spielplan ein belgisches Team für Unterliederbach bereit: ViGe Waasland. Hier gelang gleich mit dem Anwurf die Führung, die bis zur Pause noch auf 4:2 ausgebaut werden konnte. In Halbzeit zwei konnten die Hessinnen leider kein weiteres Tor mehr erzielen und mussten aufgrund der drei Gegentreffer auch noch hinnehmen, wie ihnen ein schon fast sicher geglaubter Sieg buchstäblich aus den Händen rann.

Die Analyse von Coach Stephan Eschebach nach Spiel sieben gegen Hannover-Langenhagen war: „Viel zu statisch agiert!“, was leider auch schon alles beschreibt. Es gelang der TGU zu keiner Zeit, die Abwehr der Niedersächsinnen zu umspielen und da die Unterliederbacherinnen selbst zwei Tore kassierten, Fanden sie sich erneut auf der Verliererstraße wieder.

Im letzten Spiel des Tages wollte man sich zumindest anständig aus dem Turnier verabschieden. Nizza hieß der Gegner und wieder sah es gegen das Trio von Mikaël Maunier zunächst gut aus. Die TGU konnte mit 2:0 in Führung gehen, aber dem Team von der Côte d’Azur gelang der Anschluss- und Ausgleichstreffer. Auch die erneute Führung konnten die Damen der TGU nicht bis zum Abpfiff behaupten. Nach 10 Minuten trennte man sich schiedlich friedlich mit einem 3:3-Unentschieden.

Die Damen der TG Unterliederbach beendeten somit das Turnier mit 5:11 Punkten und 22:25 Toren auf Rang acht. Diese, auf den ersten Blick mäßige, Platzierung relativiert sich jedoch ganz schnell, wenn man bedenkt, dass die Unterliederbacherinnen vier ihrer acht Begegnungen mit nur einem Tor Unterschied verloren haben und in der Vorrundenwertung lediglich zwei Punkte hinter einem Rang liegen, der für die Halbfinalteilnahme berechtigte.

In den Halbfinals gewann Poitiers gegen München-Hoffeld-Karlsruhe knapp mit 5:4. Das rein belgische Halbfinale endete 3:0 für Waasland. Im Spiel um den Bronzerang setzten sich die Damen der Spielgemeinschaft München-Hoffeld-Karlsruhe deutlich mit 4:0 gegen ViGe Nordzee durch. Im Finale ging es ein wenig spannender zur Sache, am Ende behielt ViGe Waasland mit 4:2 gegen die Vertreterinnen aus Poitiers die Oberhand.

 

Für die TGU spielten:
Elke Averesch, Gabi Eschebach-Weck, Katrin Lüdeke und Claudia Obermeier

Coach:
Stephan Eschebach.

 

Anmerkung: Unser ganz besonderer Dank gilt Claudia Obermeier, die sich ja bereits am Freitagabend mit dem „nicht so guten Dortmunder Pflaster“ angelegt hatte. Trotz ihrer Blessuren, die dem Sturz am Hauptbahnhof geschuldet waren, hat sie uns tatkräftig unterstützt. Wie man in ihrer schweizer Wahlheimat so schön sagt. „Merci vielmals!“

 

Tabelle nach der Vorrunde:

1. ViGe Waasland 40:23 Tore 14:2 Punkt + 17
2. SG München-Hoffeld-Karlsruhe 41:26 Tore 13:3 Punkte + 15
3. ASSHAV Poitiers 28:24 Tore 10:6 Punkte + 4
4. ViGe Nordzee 24:30 Tore 7:9 Punkte - 6
5. Graz 28:28 Tore 6:10 Punkte 0
6. ANICES Nizza 30:33 Tore 6:10 Punkte -3
7. BSG Hannover-Langenhagen 19:31 Tore 6:10 Punkte -12
8. TG Unterliederbach 22:25 Tore 5:11 Punkte -3
9. BSSV Dortmund 18:30 Tore 5:11 Punkte -12

 

Halbfinale:

SG München/Hoffeld/Karlsruhe - Poitiers 4:5
Waasland - Nordzee 3:0

 

Spiel um Platz 3:

SG München/Hoffeld/Karlsruhe - Nordzee 4:0

 

Finale:

Waasland - Poitiers 4:2

 

Ergebnisse TGU:

TGU - Graz 3:4
TGU - Dortmund 4:2
TGU - Poitiers 2:3
TGU - SG München-Hoffeld-Karlsruhe 3:4
TGU - Nordzee 3:2
TGU - Waasland 4:5
TGU - Hannover-Langenhagen 0:2
TGU - Nizza 3:3