Dreißig Sekunden fehlten zum Titelgewinn

Dortmund – „… das ist, wie wenn Du vor dem Wasser stehst und darfst nicht trinken!“ Mit diesen Worten brachte der Spieler mit der Nummer fünf der TGU, Christo Kasapis, die Gefühlslage der unterliederbacher Torballer unmittelbar nach dem Schlusspfiff eines dramatischen Finalspieles zwischen der TG Unterliederbach und dem BSV München auf den Punkt. Am Ende waren es ganze dreißig Sekunden, die den Torballern der TGU fehlten, um die Verlängerung im Endspiel der deutschen Torballmeisterschaft, die am vergangenen Samstag (14.03.) in Dortmund vom ISC Viktoria Dortmund-Kirchderne ausgerichtet wurde, zu erreichen und sich für den Torball-Europacup, der im Oktober in Polen stattfinden wird, zu qualifizieren.

Platz zwei nach der Vorrunde – Platz zwei im Endklassement

Im Eröffnungsspiel der Meisterschaft traten die beiden Mannschaften der TG Unterliederbach, die sich Ende Januar im Rahmen des Qualifikationsturnieres (Nordgruppe) in Unterliederbach für die Endrunde in Dortmund-Kirchderne qualifiziert hatten, gegeneinander an. Nach dem 3:1-Sieg, der von Ralf Thurm gecoachten Mannschaft der TGU I über die zweite Vertretung aus Unterliederbach, konnte auch die zweite Mannschaft des BSV München mit 2:1 besiegt werden. Nach der Niederlage gegen den Zweitplazierten der „Nordgruppe“ aus Berlin (3:4) wurde mit einer Siegesserie gegen die Teams aus Hoffeld (7:4), Augsburg (3:0) und München I (8:2) der Kurs Richtung Halbfinalteilnahme wieder aufgenommen. Gegen den Titelverteidiger aus Landshut musste man sich mit 3:5 geschlagen geben, bevor mit Siegen gegen Langenhagen/St. Pauli (5:1) und den Gastgeber Dortmund-Kirchderne (6:4) der zweite Platz und somit die Teilnahmeberechtigung für das Halbfinale endgültig gesichert werden konnte.

Im der Vorschlussrunde traf die Mannschaft der TGU I wieder auf das Team aus der Bundeshauptstadt. Entgegen der Vorrundenpartie, als man immer einem Rückstand hinterher laufen musste, nie richtig ins Spiel fand und verdient mit 3:4 den Kürzeren zog, gestaltete sich die Begegnung für die Mannschaft aus Unterliederbach nun weitaus positiver. Zwar geriet man auch hier wieder sehr schnell mit 0:1 ins Hintertreffen, ließ sich diesmal dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen und kam zu einem souveränen 6:3-Erfolg. Im zweiten Halbfinale konnte sich überraschenderweise die Mannschaft des BSV München I gegen den Titelverteidiger aus Landshut mit 2:1 durchsetzen.

Somit standen sich im Finale der Zweitplazierte (TGU I) und der Viertplazierte (BSV München I) der Vorrunde gegenüber. Unterliederbach begann konzentriert und erspielte sich einen komfortablen 3:0-Vorsprung, konnte diese Führung jedoch nicht weiter ausbauen und musste kurz vor dem Seitenwechsel die beiden Treffer zum 2:3-Pausenstand hinnehmen. Unmittelbar nach Wiederanpfiff glichen die Spieler aus der bayerischen Landeshauptstadt sogar zum 3:3 aus. Eine neuerliche Führung der TGU wurde von München umgehend zum 4:4 egalisiert. Als der Großteil der Zuschauer mit einer Verlängerung rechnete gelang den Münchnern wenige Sekunden vor Ende des Spiels der Treffer zum 5:4-Sieg und somit zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2015. Im „kleinen Finale“ konnte sich das Team aus Landshut nach einem 2:2-Pausenstand letztendlich souverän mit 7:2 durchsetzen und die Bronzemedaille sichern.

TGU II auf Platz Neun

„Heute wäre durchaus mehr als Platz Neun drin gewesen.“ So das Fazit vom Coach der zweiten Mannschaft der TG Unterliederbach, Andreas Becker. Schaut man sich das Endklassement an (nur Drei Punkte bis Platz Sechs) und führt sich vor Augen, dass man den kommenden Deutschen Meister aus München am Rande einer Niederlage hatte, so kann man diesem Fazit durchaus beipflichten.

Nach der Niederlage gegen die TGU I (1:3) Konnte man das Spiel gegen den späteren Halbfinalteilnehmer aus Berlin lange Zeit offen gestalten. Man musste sich zwar am Ende mit 0:5 geschlagen geben, war aber auf keinen Fall diese fünf Tore schlechter. Nach dem auch das dritte Spiel mit 4:7 gegen Hoffeld verloren ging, begann man nun endlich mit dem Punktesammeln. Einen ersten Teilerfolg gab es gegen die Mannschaft aus Augsburg (4:4). Ein Ausrufezeichen setzten die Spieler der zweiten Vertretung aus Unterliederbach dann im darauffolgenden Match gegen die Mannschaft von München I. Hier lag man bereits mit 2:6 in Rückstand, kämpfte sich aber zurück, glich zum 6:6 aus und hätte sogar beinahe den späteren Titelträger in die Schranken gewiesen. Nach der derben 4:11-Pleite gegen Landshut, zeigte das Team der TGU II eine deutliche Steigerung und besiegte Langenhagen-St. Pauli mit 9:4. Die beiden restlichen Partien gegen Dortmund-Kirchderne (4:6) und München II (3:5) gingen nur knapp und etwas unglücklich verloren. Am Ende stand zwar „nur“ der neunte Platz zu Buche, mit etwas mehr Glück in der einen oder anderen Spielsituation hätte man sich jedoch auch in höheren Tabellenregionen einordnen können.

Spieler der TG Unterliederbach auf vorderen Plätzen in der Torschützenliste

Auch in der Torschützenliste konnten sich Spieler der TG Unterliederbach in den vorderen Rängen platzieren. Mit 24 Toren belegte Christo Kasapis (TGU I) den dritten Platz. David Georgi (TGU II) teilte sich mit Peter Ferger (BSV München I) den zweiten Platz. Beide trafen jeweils 25 mal in die gegnerischen Maschen. Am Treffsichersten zeigte sich der Kapitän der deutschen Torballnationalmannschaft, Hans Demmelhuber von der SG Landshut (27 Tore).

 

Ergebnisse TGU I:

TGU I - TGU II 3:1
TGU I - München II 2:1
TGU I - Berlin 3:4
TGU I - Hoffeld 7:4
TGU I - Augsburg 3:0
TGU I - München I 8:2
TGU I - Landshut 3:5
TGU I - Langenhagen/St. Pauli 5:1
TGU I – Dortmund-Kirchderne 6:4

 

Ergebnisse TGU II:

TGU II - TGU I 1:3
TGU II - Berlin 0:5
TGU II - Hoffeld 4:7
TGU II - Augsburg 4:4
TGU II - München I 6:6
TGU II - Landshut 4:11
TGU II - Langenhagen/St. Pauli 9:4
TGU II – Dortmund-Kirchderne 4:6
TGU II - München II 3:5

 

Tabelle Vorrunde:

1. Landshut 18:0 52:17 +35
2. TG Unterliederbach I 14:4 40:22 +18
3. Berlin 14:4 29:16 +13
4. München I 10:8 41:33 +8
5. Dortmund-Kirchderne 9:9 30:35 -5
6. Hoffeld 7:11 30:31 -1
7. München II 7:11 23:28 -5
8. Augsburg 6:12 17:25 -8
9. TG Unterliederbach II 4:14 35:51 -16
10 Langenhagen/ST. Pauli 1:17 24:60 -36

 

Halbfinale:
Landshut – München I 1:2
TG Unterliederbach I – Berlin 6:3

 

Spiel um Platz: 3
Berlin – Landshut 2:7

 

Finale:
TG Unterliederbach I - München I 4:5

 

 

TG Unterliederbach I:

Spieler:
Jürgen Becker, Christo Kasapis, Gerd Schmidt, Markus Schönbach

 

Trainer/Betreuer:
Ralf Thurm, Ramona Ernst

 

 

TG Unterliederbach II:

Spieler:
David Georgi, Rainer Jost, Bernd Landmann, Uwe Marquardt

 

Trainer/Betreuer:
Andreas Becker, Anja Sorokina